Zentralbanken starten Forex-Marktcode des Verhaltens

Dabei liegt der Schwerpunkt auf der zeitlichen Dimension der Marktliquidität. Zwar werden für diese Indikatoren unterschiedliche Marktdatensätze d. Daten aus Limit-Orderbüchern bzw. Notierungen verwendet, doch liegt der Fokus im Wesentlichen auf den Liquiditätsdimensionen Kosten und Markttiefe.

Sowohl der Indikator für die Orderbuchliquidität als auch der Indikator für die ausführungsbasierte Liquidität legen den Schluss nahe, dass sich die Liquiditätslage am Markt für Staatsanleihen im Eurogebiet seit dem Start des PSPP nicht verschlechtert hat siehe Abbildung A. Zwar zeigten beide Indikatoren im Beobachtungszeitraum eine gewisse Volatilität, ein nachhaltiger Aufwärtstrend lässt sich daraus aber ungeachtet des im Zeitverlauf erfolgten beträchtlichen Aufbaus von PSPP-Beständen nicht ablesen. Ebenso wenig gab es eine markante Reaktion der Indikatoren auf Änderungen des monatlichen Ankaufvolumens im Rahmen des PSPP, auch wenn sich hinter dem Aggregat gewisse nationale Unterschiede verbergen könnten.

Indikatoren für die Liquidität an den Staatsanleihemärkten im Euroraum seit Beginn des PSPP. Quellen: Bloomberg, EuroMTS Ltd. Die Abbildung zeigt den gleitenden Fünftagesdurchschnitt der Indikatoren. Der Orderbuch-Indikator ist ein euroraumweiter, mit dem BIP gewichteter Durchschnitt für zehnjährige Staatsanleihen, der auf ausgeführten Transaktionen basierende Indikator ist ein volumengewichteter Durchschnittswert aus im Rahmen des PSPP gehandelten Staatsanleihen.

Sie sind mit Stand 9.


  • Dollarkurs Prognose: Je höher der Zins, desto stärker die Währung?.
  • Lernen Sie Forex-Handel in Singapur;
  • !

März auf normiert, als mit den Ankäufen im Rahmen des PSPP begonnen wurde. Oktober Werte über werden um den Faktor 4 herabskaliert. Abbildung A zeigt, dass diese Indikatoren dazu tendieren, bei politischen und wirtschaftlichen Ereignissen, die mit einer erwarteten Verschlechterung der Marktliquidität verbunden sind, sprunghaft anzusteigen. So wurden z. April und nach der Volksabstimmung im Vereinigten Königreich über die EU-Mitgliedschaft am Juni solche Ausschläge verzeichnet.

1.1 Weltwirtschaftswachstum weniger ausgewogen

Die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten am 8. November und in Frankreich am April spiegelten sich ebenfalls in höheren Indikatorwerten wider. Der stärkste Ausschlag wurde allerdings in der spannungsgeladenen Phase rund um die Bildung der neuen italienischen Regierung beobachtet ab dem Mai ; damals kam es vor allem auf dem italienischen Markt zu einer Verringerung der Liquidität. Die Ausschläge spiegeln zumeist länderspezifische Verschlechterungen der Liquiditätslage wider, die nur begrenzt auf andere Märkte übergreifen.

Die akkommodierende geldpolitische Ausrichtung und die solideren Bankbilanzen trugen weiterhin zu günstigen Konditionen für Bankfinanzierungen bei. Mit der Weitergabe ihrer sehr günstigen Refinanzierungsbedingungen an die Wirtschaft boten die Banken den Unternehmen und privaten Haushalten im Euroraum weiterhin attraktive Kreditbedingungen. Die Zinsen für Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen und an private Haushalte blieben in der Nähe ihrer historischen Tiefstände. Die Kreditzinsen sanken von Anfang Juni bis Dezember um etwa bzw.

Euro/US-Dollar-Prognose | Devisen Ratgeber | Online-Broker LYNX

Quellen: Quellen: EZB, Markit iBoxx und EZB-Berechnungen. Anmerkung: Der in den Indikator eingehende gewichtete Zinssatz für die einlagenbasierte Finanzierung entspricht dem Durchschnitt aus den Neugeschäftszinssätzen für täglich fällige Einlagen, Einlagen mit vereinbarter Laufzeit und Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist gewichtet mit den jeweiligen Beständen. Bankkreditzinsen für nichtfinanzielle Unternehmen und private Haushalte gewichtet. Anmerkung: Die gewichteten Zinsen für Bankkredite errechnen sich durch Aggregation der kurz- und langfristigen Kreditzinsen auf Basis des gleitenden Monatsdurchschnitts des Neugeschäftsvolumens.

Auch die Marktfinanzierung blieb für Unternehmen sehr günstig, wobei die CSPP-Ankäufe weiterhin auf die Renditeabstände von Unternehmensanleihen drückten siehe Kasten 3. Trotzdem zogen die Spreads auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen im Zuge der steigenden Unsicherheiten im Hinblick auf die Wirtschaftsaussichten für den Euroraum und die Weltwirtschaft gegenüber den Tiefständen nach der Krise schrittweise an. Die Kreditvergabe an den privaten Sektor profitierte weiterhin von den sehr günstigen Finanzierungsbedingungen.

Der seit Anfang verzeichnete allmähliche Aufwärtstrend bei der Bankkreditvergabe an nichtfinanzielle Unternehmen und private Haushalte setzte sich fort siehe Kapitel 1 Abschnitt 4. Der Nettoabsatz von Schuldverschreibungen durch nichtfinanzielle Unternehmen wurde weiterhin, wenn auch etwas weniger als im Vorjahr, vom CSPP gestützt siehe Kasten 3. Erhöhte Kreditvergabe und leichtere Kreditaufnahme aufgrund der niedrigen Leitzinsen und der APP-Ankäufe. Laut der Umfrage zum Kreditgeschäft im Euro-Währungsgebiet trug das APP weiterhin dazu bei, dass die Banken neue Unternehmens- und Haushaltskredite insgesamt zu günstigen Konditionen anboten.

Die Kreditnachfrage wurde weiterhin durch das Niedrigzinsniveau und den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung im Euroraum gestützt siehe Kapitel 1 Abschnitt 4. Zweck des Kaufprogramms für Unternehmensanleihen im Rahmen des EZB-Programms zum Ankauf von Vermögenswerten APP ist es, die Finanzierungsbedingungen für die Realwirtschaft des Euroraums zu verbessern.

Auf Grundlage der hier kurz zusammengefassten Analysen der EZB lässt sich sagen, dass sich nichtfinanzielle Unternehmen im Euroraum mit dem Programm zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors CSPP deutlich günstiger finanzieren konnten.

So sorgte das CSPP für einen Rückgang der Spreads bei Unternehmensanleihen und für eine angebotsseitige Belebung am Primärmarkt für Unternehmensanleihen. Darüber hinaus dürfte das CSPP die Bankkreditvergabe an nichtfinanzielle Unternehmen, die sich nicht über den Anleihemarkt finanzieren, angekurbelt haben. Im Rahmen des CSPP kaufte das Eurosystem auf Euro lautende Investment-Grade-Anleihen, die von im Euroraum ansässigen Nichtbanken also von nichtfinanziellen Unternehmen und Versicherungsgesellschaften aufgelegt wurden.

Mit den Wertpapierkäufen wurde am 8. Juni , d. März , begonnen. Seit damals hat das Eurosystem Unternehmensanleihen sowohl am Primärmarkt als auch am Sekundärmarkt erworben. Gekauft werden konnten nur Wertpapiere, die zur Besicherung von Refinanzierungsgeschäften des Eurosystems zugelassen waren und auf Euro lauteten. Nach der Ankündigung des CSPP im März verringerten sich die Spreads bei Unternehmensanleihen nach und nach bis Ende ; erst im Lauf des Jahres kam es wieder zu einer schrittweisen Ausweitung siehe Abbildung A.

Ökonometrische Analysen [ 21 ] zeigen, dass der kontinuierliche Spreadrückgang bei Unternehmensanleihen, die für Ankäufe im Rahmen des CSPP infrage kommen, von Mitte bis Ende im Wesentlichen auf die CSPP-Ankäufe zurückzuführen ist. Durch diesen Rückgang kam es zu Portfolioumschichtungen, die wiederum zu einer Verringerung der Renditeabstände bei sonstigen Unternehmensanleihen führten, die die CSPP-spezifischen Anforderungen nicht erfüllen. Die Beendigung der CSPP-Ankäufe und damit der Wegfall des damit zusammenhängenden Nachfragedrucks Ende gingen mit einem Anstieg der Kreditrisikoprämien und der Unternehmensanleihebewertungen einher; diese bewegten sich wieder in Richtung der vor Ankündigung des CSPP beobachteten Werte.

Spreads bei Investment-Grade-Unternehmensanleihen und Zusatzprämien auf Anleihen im Euroraum. Quellen: Merrill-Lynch-Indizes und EZB-Berechnungen. Anmerkung: Bei den Zusatzprämien auf Anleihen handelt es sich um die Abweichung der Kreditrisikoprämien auf Unternehmensanleihen vom gemessenen Ausfallrisiko des Emittenten. Diese Zeitreihe bezieht sich nur auf Investment-Grade-Anleihen. Die senkrechten Linien kennzeichnen die Sitzungstermine des EZB-Rats vom März und 2. Juni Siehe R.

De Santis, Credit spreads, economic activity and fragmentation , Working Paper Series der EZB, Nr. Das CSPP belebte auch am Primärmarkt das Angebot an Unternehmensanleihen, wobei insbesondere Emittenten CSPP-fähiger Anleihen angesprochen wurden. Der im März bei nichtfinanziellen Unternehmen zu beobachtende Anstieg der Nettoemissionen ging Hand in Hand mit der Ankündigung des CSPP und dem Spreadrückgang bei Unternehmensanleihen.


  • Euro/US-Dollar-Prognose 2021 – Wird 2021 das Jahr des Euro?.
  • CM Trading Flexi-Signale;
  • Handels-Technologien-Optionen.?

Die Nettoemissionstätigkeit liegt seither über dem Niveau der Vorjahre. Zudem dürften das Niedrigzinsumfeld und die niedrigen Spreads bei Unternehmensanleihen es auch für Emittenten mit weniger guten Ratings attraktiv gemacht haben, Anleihen zu begeben. Die in den letzten zweieinhalb Jahren gestiegenen Anleiheemissionen nichtfinanzieller Unternehmen sind ein Indiz dafür, dass sich einzelne Unternehmen zumindest anfänglich verstärkt am Kapitalmarkt statt über Banken finanzierten.

Diese Daten auf der Mikroebene werden von den aggregierten Bilanzdaten des Unternehmenssektors im Euroraum bestätigt. Vom Zeitpunkt der Ankündigung des CSPP bis Mitte sank auf Jahresbasis gerechnet der Anteil der Neuverschuldung von Unternehmen im Eurogebiet über Kredite relativ zur Finanzierung über neu aufgelegte Unternehmensanleihen.

Somit ergab sich im Unternehmenssektor des Euroraums eine Verlagerung der Finanzierungsstruktur hin zu Schuldtiteln.

Search Results

Nichtsdestotrotz hat dieser Sektor seit Mitte netto auch verstärkt Kredite aufgenommen. Mitte setzte eine Trendumkehr ein; Unternehmen im Euro-Währungsgebiet setzten zunehmend wieder auf Bankkredite statt auf Anleihefinanzierung, womit der relative Anteil der Bankkreditvergabe an der Unternehmensfinanzierung bis Ende wieder stieg. Verknüpft man diese Daten mit Umfragedaten, so ist festzustellen, dass die Banken aufgrund des CSPP offensichtlich über einen Teil ihrer Bilanzmittel neu disponieren konnten und in diesem Zusammenhang verstärkt Kredite an — meistens kleinere — Unternehmen vergaben, die vom CSPP direkt nicht profitieren konnten.

Die privaten Konsumausgaben wurden vom nicht zuletzt aufgrund von Arbeitsmarktreformen anhaltenden Beschäftigungszuwachs sowie vom Vermögenszuwachs der privaten Haushalte getragen. Die Unternehmensinvestitionen wurden durch günstige Finanzierungsbedingungen, eine bessere Ertragslage der Unternehmen und eine solide Nachfrage begünstigt.

Die Wohnungsbauinvestitionen blieben weiterhin robust. Die Bilanz weitete sich aufgrund der APP-Ankäufe auch weiter aus, doch die Zuwachsraten fielen im Zuge der Herabsetzung des monatlichen Nettokaufvolumens geringer aus siehe Kapitel 2 Abschnitt 1. Die sonstigen Finanzanlagen verteilten sich hauptsächlich auf: a Fremdwährungs- und Goldbestände des Eurosystems, b nicht mit der Geldpolitik in Zusammenhang stehende Anlageportfolios in Euro und c Notfall-Liquiditätshilfe, die zahlungsfähigen Finanzinstituten mit vorübergehenden Liquiditätsproblemen von einzelnen Eurosystem-Zentralbanken gewährt wurde.

Diese sonstigen Finanzanlagen unterliegen Eurosystem-internen Meldevorschriften und mehrfach gesetzlich verankerten Restriktionen insbesondere aufgrund des Verbots der monetären Finanzierung sowie der Vorgabe, dass sie die Umsetzung der Geldpolitik nicht beeinträchtigen dürfen. Die sonstigen Passiva, d. Anmerkung: Positive Zahlen kennzeichnen Aktiva, negative Zahlen Passiva. Die Überschussliquidität ist im positiven Bereich dargestellt, obwohl sie bestimmten Passivpositionen entspricht, nämlich der Summe aus den Einlagen auf Girokonten, die über das Mindestreserve-Soll hinausgehen, und den Guthaben aus der Inanspruchnahme der Einlagefazilität.

Navigation menu

Die CSPP-Ankäufe basieren auf einer Benchmark, die proportional zum Umlaufvolumen der ankauffähigen Anleihen aufgebaut ist. Dies impliziert eine Gewichtung der einzelnen in der Benchmark enthaltenen Emissionsländer bzw. Beim PSPP richtet sich die Verteilung der Ankäufe auf die jeweiligen Emissionsmärkte nach dem Kapitalschlüssel der EZB. Im Rahmen der jeweiligen Quoten können die EZB und die Zentralbanken der Euro-Länder wahlweise Wertpapiere des öffentlichen Sektors Bund, Länder oder Gemeinden oder bestimmter staatsnaher Emittenten sowie gegebenenfalls Wertpapiere supranationaler Institutionen erwerben.

Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der PSPP-Bestände lag Ende bei 7,4 Jahren, also etwas unter dem Jahresendstand von 7,7 Jahre , wobei dieser Wert innerhalb des Euroraums etwas variierte. Wird im Rahmen des APP investiertes Kapital bei Fälligkeit wieder frei, so legt das Eurosystem die Tilgungsbeträge neu an.